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Inhalt

Der mittellose Peter sucht aus Liebe zu der schönen Lisbeth, die aus gutem Hause stammt, einen Weg um reich zu werden. In seiner Verzweiflung lässt er sich auf einen Pakt mit dem teuflischen Holländer-Michel ein, der ihm anstelle seines Herzens einen Stein in die Brust setzt. Befreit von jeglichem Mitgefühl gelangt Peter schnell zu Reichtum und Ansehen. Doch Lisbeth erkennt ihren einst so gutmütigen Peter in dem skrupellosen Geschäftsmann nicht mehr wieder und stellt sich gegen ihn. Um Lisbeth zurückzugewinnen, muss Peter um sein Herz kämpfen.

DAS KALTE HERZ entführt in eine archaische Welt, in der die Menschen noch an Geister glauben. In der kraftvollen Geschichte um den jungen Peter, der aus Liebe zu der schönen Lisbeth sein Herz verkauft, glänzt ein hochkarätiger Cast von Jungstars wie Frederick Lau (VICTORIA), Henriette Confurius (DIE GELIEBTEN SCHWESTERN) und David Schütter (WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK.) neben Leinwandgrößen wie Moritz Bleibtreu (SOUL KITCHEN) und Milan Peschel (DER NANNY). Die bildgewaltige Neuverfilmung der beliebten Hauffschen Erzählung entstand vor grandiosen Kulissen im Schwarzwald sowie an aufwendigen Sets im traditionsreichen Studio Babelsberg.

Frederick Lau ist
Peter Munk

Als Sohn eines Köhlers steht Peter weit unten in der gesellschaftlichen Ordnung. Mit kohleverschmiertem Gesicht muss er sich die Demütigungen der Holzfäller gefallen lassen und die schöne Lisbeth, die Tochter des reichen Glasmachers Löbl, scheint für ihn schier unerreichbar. Um dies zu ändern ist Peter bereit, einen teuflischen Pakt einzugehen.

„Es ist für jeden Schauspieler spannend, jemanden zu spielen, der sein Herz hergibt. Jemanden, der ursprünglich von einer jugendlichen Neugier und Offenheit ist, und der plötzlich zu einem Menschen wird, der manipulativ und gewissenlos handelt.“ Frederick Lau

Der 1989 in Berlin geborene Frederick Lau begann seine Karriere als Schauspieler bereits im Alter von zehn Jahren und ist bekannt aus Filmen wie DIE WELLE, VICTORIA und TRAUMFRAUEN. Für seine Rolle in VICTORIA wurde er beim Deutschen Filmpreis 2015 als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Henriette Confurius ist
Lisbeth

Die anmutige Lisbeth ist für die jungen Männer im Dorf eine erstrebenswerte Trophäe. Doch sie hat ihren eigenen Kopf und entscheidet sich zum Groll ihres Vaters nicht für den angesehenen Schönling Bastian, sondern für den armen, aber gutmütigen Peter. Als dieser plötzlich zum skrupellosen Geschäftsmann mutiert, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt.

„Als Peter verschwindet, hält Lisbeth zu ihm und wartet auf ihn – obwohl sie nicht weiß, wo er ist oder wann er wiederkommt. Sie schüttelt alle Zweifel ab und glaubt daran, dass er zurückkommt. Als er dann zurückkehrt, ist er ein komplett anderer Mensch. Aber selbst da hält Lisbeth noch zu ihm und glaubt daran, dass es diesen Grund, warum sie sich in ihn verliebt hat, immer noch gibt. Nachdem ihre Großmutter ihr vom Holländer-Michel erzählt, wird ihr plötzlich klar, dass Peter sein Herz weggegeben hat. Und solange er ohne Herz ist, will sie ihn nicht heiraten.“ Henriette Confurius

Henriette Confurius wurde 1991 in Berlin geboren und spielte u.a. in TANNBACH – SCHICKSAL EINES DORFES und DIE GELIEBTEN SCHWESTERN.

Moritz Bleibtreu ist
Der Holländer-Michel

Einst von den Menschen verstoßen und von Waldgeistern in eine dunkle Höhle verbannt, sucht der Holländer-Michel nach Wegen, sich zu rächen. Doch das dumme Streben nach Reichtum und Ansehen treibt die Menschen ganz von selbst in seine Hände. Mithilfe verführerischer Versprechen stiehlt er ihnen das, was sie zu Menschen macht: ihr Herz.

„Der Holländer-Michel ist jemand, der seine Kraft aus den Herzen der Menschen zieht. Eigentlich ist er ein Junkie: Jemand, der sich Liebe über Drogen zuführt, die ihn kaputt machen; die dazu führen, dass er vereinsamt, weil die Leute Angst vor ihm haben. Er ist jemand, der nur überleben kann, weil sich diese Droge für ihn anfühlt wie ein bisschen Liebe. Und genau so hab ich mir das mit den Herzen vorgestellt: Jedes Herz ist für ihn neue Lebenskraft, neue Liebe. Der Holländer-Michel leidet sehr, aber nicht auf sentimentale Weise, sondern auf aggressive Weise. Es ist ein hasserfülltes Leiden, in dem er anderen wehtun will, damit es ihm selbst besser geht.“ Moritz Bleibtreu

Moritz Bleibtreu, geboren 1971 in München, spielte in Filmen wie LOLA RENNT, LAMMBOCK und SOUL KITCHEN.

Milan Peschel ist
Das Glasmännchen

Hoch oben im Wald, dort, wo die großen Tannen stehen, lebt das Glasmännchen. Seit Jahrhunderten erfüllt es die Wünsche der Menschen. Doch inzwischen glauben die Menschen nicht mehr an Geister und verlieren zunehmend den Respekt vor der Natur. Die Kräfte des Glasmännchens schwinden und sein Appell an die Menschen, sich ihres Verstandes zu besinnen, scheint vergeblich.

„In unserer Verfilmung gibt es die Waldgeister, die im Einklang mit der Natur leben. Sie stehen für alte Mythen, für etwas, das es in unserer Welt nicht mehr gibt. Sie stehen für eine Welt, in der man bis zum Horizont schauen konnte, hinter dem noch etwas anderes lag – die nicht sichtbare Welt, die Welt der Feen und Geister.“ Milan Peschel

Milan Peschel, 1968 in Ost-Berlin geboren, ist aus Publikumshits wie DER NANNY und SCHLUSSMACHER, aber auch aus Filmen wie HALT AUF FREIER STRECKE bekannt. Außerdem spielt und inszeniert Milan Peschel regelmäßig am Theater.

David Schütter ist
Bastian

Als Sohn des reichsten Mannes im Dorf, gutaussehend und beliebt, ist Bastian gewohnt, alles zu bekommen, was er will. Doch nicht nur seine Tanzpartnerin Lisbeth verweigert ihm plötzlich ihre Zuneigung. Auch bei seinem Vater ringt er verzweifelt um Anerkennung.

„Bastian hat nie seinen eigenen Weg gesucht, sondern immer nur versucht, in die Fußstapfen seinen Vaters zu treten. Und gerade dieser verweigert ihm seine Liebe. Deshalb kann Bastian trotz Reichtum und Ansehen nicht glücklich sein.“ David Schütter

Spätestens seit seinem Auftritt in WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK. zählt der 1991 in Hamburg geborene David Schütter zu den vielversprechendsten jungen Schauspieltalenten Deutschlands. 2016 ist er zu sehen in CRO – UNSERE ZEIT IST JETZT und VIER GEGEN DIE BANK.

Sebastian Blomberg ist
Löbl, Lisbeths Vater

Der Glasmacher Löbl ist einer der angesehensten Bürger des Schwarzwaldes. Für seine Tochter will er nur das Beste, weshalb ihm Peters Avancen ihr gegenüber ein Dorn im Auge sind. Erst als der Köhlerjunge plötzlich zu Reichtum und Ansehen gelangt, ändert Löbl seine Meinung.

„Löbl ist der Vater von Lisbeth, Besitzer einer Gläsbläserwerkstatt und einflußreicher Bürger der Stadt. Er verteidigt seine Tochter gegen die Avancen Kohlenmunk-Peters wie einen Besitz, den es klug zu verwalten und gewinnbringend zu verkaufen gilt. Er scheint darüber vergessen zu haben, dass er seine Tochter einmal abgöttisch geliebt hat. Ein Pfeife rauchender Mephisto. Löbl ist eine Erfindung der Drehbuchautoren, ohne jegliche Referenzen beim Märchen von Wilhelm Hauff. Das hat mir Freiheiten beim Spielen geschenkt.“ Sebastian Blomberg

Seit 20 Jahren spielt Sebastian Blomberg an fast allen großen deutschsprachigen Bühnen und hat in vielen preisgekrönten Kinofilmen mitgewirkt. Besonders zu erwähnen sind: DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER, ZEIT DER KANNIBALEN, WER WENN NICHT WIR, DER BAADER MEINHOF KOMPLEX und ALLES AUF ZUCKER.

Roeland Wiesnekker ist
Etzel, Bastians Vater

Etzel ist einer der reichsten Männer im Dorf. Als Holzhändler verkauft er die mächtigen Stämme bis nach Holland. Dabei ist ihm vor allem Peters Vater, der Köhler Jakob Munk, im Weg. Um an sein Ziel zu kommen, sind dem skrupellosen Geschäftsmann alle Mittel recht.

Roeland Wiesnekker, geboren 1967 in der Schweiz, spielt den Kommissariatsleiter Riefenstahl im Frankfurter TATORT und war im Kino unter anderem in dem Natascha-Kampusch-Drama 3096 TAGE zu sehen.

André M. Hennicke ist
Jakob Munk, Peters Vater

Jakob Munk ist Köhler und lehrt seinen Sohn Peter nicht nur das Handwerk, sondern auch Anstand und Respekt vor der Natur. Als der Glasmacher Löbl ihm die Preise für seine Kohle diktieren will, probt Jakob Munk den Aufstand – ohne zu ahnen, welch folgenschwere Ereignisse er damit herbeiführt..

André M. Hennicke wurde 1958 in Steinheidel-Erlabrunn geboren. Bekannt ist er aus Filmen wie DER ALTE AFFE ANGST, ANTIKÖRPER und SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE.

Jule Böwe ist
Barbara Munk, Peters Mutter

Barbara Munk kennt alle Geschichten über die Waldgeister. Als sie ihrem Sohn Peter voller Ehrfurcht vom Glasmännchen erzählt, welches Sonntagskindern wie ihm Wünsche erfüllt, ahnt sie nicht, dass Peters Leben dadurch eine dramatische Wendung nehmen wird.

Jule Böwe, geboren 1969 in Rostock, ist bekannt aus Kinofilmen wie RUSSENDISKO oder CARLOS – DER SCHAKAL. Seit 1999 ist sie Mitglied des Ensembles der Schaubühne Berlin. Ihre markante Stimme leiht sie zudem vielen Hörspiel- und Hörbuchproduktionen.

Lars Rudolph ist
Schui-Franz

Der einstige Köhler Schui-Franz konnte sich nicht in der gesellschaftlichen Hackordnung behaupten und lebt als Ausgestoßener auf der Straße. Für ein paar Gulden lässt er sich zum Spielball der Mächtigen machen. Als ihn jedoch Gewissensbisse plagen, vertraut er sich Peter an.

„Der Schui-Franz ist jemand, der durch die gesellschaftlichen Missstände verloren hat und ganz am Boden kämpft und millimeterweise seinen Aufstieg schafft – wobei man kaum von Aufstieg reden kann. Aber er verhungert nicht und scheint doch zu schweben über Müll und Dreck und der Charakterlosigkeit seiner Umwelt.“ Lars Rudolph

Lars Rudolph, geboren 1966 in Wittmund, spielte in zahlreichen Filmen wie DER WIXXER, MEIN FÜHRER und WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN.

Das Märchen

Wilhelm Hauff (* 29. November 1802 in Stuttgart, † 18. November 1827 in Stuttgart) ist einer der wichtigsten Autoren der deutschen Spätromantik. Vor allem durch seine Märchen, welche er zwischen 1825 und 1827 in drei Almanachen veröffentlichte, ist er heute vielen ein Begriff. „Das kalte Herz“ ist Teil des dritten Almanachs mit der Rahmenerzählung „Das Wirtshaus im Spessart“.

Für das Kunstmärchen bediente sich Hauff regionaler Sagenmotive und schilderte gleichzeitig die gesellschaftlichen Veränderungen kurz vor der Industrialisierung. Mit der Entstehung des Bürgertums lösten sich in dieser Zeit die traditionelle Ständeordnung und der damit verbundene Zunftzwang auf. Die Menschen konnten ihr Handwerk frei wählen und nicht zuletzt auch durch den Einfluss der Französischen Revolution gewann die individuelle Leistung an Bedeutung. Insbesondere die Holzhändler kamen im 18. Jahrhundert in relativ kurzer Zeit zu immensem Reichtum, vor allem mit Geschäften in den Niederlanden, welche damals einen Großteil ihres für den Schiffbau benötigten Holzes aus dem Rheingebiet bezogen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging der Transfer jedoch stark zurück, da die Holzbestände im Schwarzwald durch Raubbau nahezu vernichtet waren. Diese frühkapitalistischen Entwicklungen führten in den Flößerdörfern zu sozialen Spaltungen, wie sie andernorts erst mit der Industrialisierung auftauchten.

„Das kalte Herz“ zeigt eine mittelalterliche Gesellschaft, in die der Kapitalismus Einzug hält und in der sich die Menschen aus Gier der Natur bemächtigen. Eine Welt, in der das Gleichgewicht abhanden kommt. Hauff gab dem Streben des Einzelnen nach Macht und Anerkennung eine für die Epoche typische Wendung zum Mystisch-Unheimlichen. Mit seiner wuchtigen Metapher des steinernen Herzens ist das Märchen bis heute aktuell.

„Letztendlich ist das für mich der Kern dieses Hauffschen Märchens: Es stellt die Frage nach Haben oder Sein. Das Herz aus Stein steht für das Haben, die Macht des Eigentums; und die Korrumpierbarkeit, die die logische Folge ist. Das Sein wird vom Haben bestimmt: die Liebe, das Erleben, das Zwischenmenschliche – Dinge, die für eine Gesellschaft unglaublich wichtig sind. Die Überwindung des steinernen Herzens ist die Befreiung des Seins von der Diktatur des Habens. Ich glaube, das ist eine Botschaft, die in unserer Zeit gar nicht oft genug wiederholt werden kann.“ Johannes Naber

Über die Verfilmungen

DAS KALTE HERZ wurde bereits mehrfach verfilmt, wie z.B. 1923 durch Fred Sauer, 1933 durch Karl Ulrich Schnabel mit Franz Schnyder in der Hauptrolle (Der Film wurde von Raff Fluri und Ann Mottier-Schnabel fertiggestellt und restauriert und im Juli 2016 erstmals veröffentlicht.), 1978 als Verfilmung der Augsburger Puppenkiste im Rahmen der Sammlung „Märchen und Sagen mit der Augsburger Puppenkiste“ sowie in verschiedenen Fernsehformaten wie 1978 als sechsteilige Fernsehserie des ZDF und als Folge der Filmreihe „Märchenperlen des ZDF“.

1950 entstand unter der Regie von Paul Verhoeven die bisher bekannteste Verfilmung des Märchens mit Erwin Geschonneck als Holländer-Michel, Paul Bildt als Glasmännchen und Lutz Moik als Peter. DAS KALTE HERZ war der erste Farbfilm sowie der erste mit Schauspielern inszenierte Märchenfilm der DEFA. Der Film gilt als Auslöser der erfolgreichen Märchenfilm-Produktion in der DDR und ist mit fast 10 Millionen Zuschauern der dritterfolgreichsten DEFA-Filme überhaupt. Während die Außenaufnahmen des Films im Thüringer Wald gedreht wurden, entstand der Großteil des Films – wie auch ein Teil der vorliegenden Verfilmung von 2016 – im Studio Babelsberg. Um dem Ziel der Opulenz und Innovation nachzukommen wurden zahlreiche Spezialisten engagiert wie z.B. der Tricktechniker Ernst Kunstmann verantwortlich, der hier unter anderem auch das Schüfftan-Verfahren zum Einsatz brachte, das er in den 1920er-Jahren als Assistent von Eugen Schüfftan gemeinsam mit diesem entwickelte. Mithilfe dieses Spiegeltrickverfahrens können große Kulissen mit Modellbauten kombiniert werden und somit beispielsweise ein riesenähnlicher Holländer-Michel mit dem kleinen Kohlenmunk Peter in einem Bild vereint werden. Das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ attestierte dem Film eine „schwüle blutrünstige Atmosphäre“ und kritisierte die als dekadent empfundene Überschreitung der Produktionskosten, die vor allem aufgrund der aufwändigen Trickszenen entstand, und empfahl der DEFA „erhebliche Teile aus dem Film herauszuschneiden und ihn dadurch zu einer richtigeren Wirkung zu bringen“ (Neues Deutschland, 12.12.1950). Zu einer Veränderung des Films kam es nicht, weshalb er vermutlich bis heute von noch vielen geliebt und als außergewöhnlich furchteinflößender Märchenklassiker empfunden wird.

„Wie für viele andere auch ist die Verfilmung von Paul Verhoeven aus dem Jahr 1950 ein ganz wichtiger Film meiner Kindheit. Deswegen war es mir wichtig, bei diesem Film mitzuspielen und mich an diesem Mythos abzuarbeiten. Die Geschichte, die eine sehr deutsche Geschichte ist, und der Film, der ja einer der ersten DEFA-Filme ist. Da sind so viele Bilder aus diesem Märchen, die noch in meinem Kopf sind, so viele Szenen. Zum Beispiel die mit Erwin Geschonneck als Holländer-Michel. Das waren ganz wichtige erste Erlebnisse für mich, Bilderlebnisse. Ich war immer hin und her gerissen zwischen Faszination und Grusel.“ Milan Peschel

Johannes Naber – wenn auch voller Bewunderung für die DEFA-Verfilmung – strebte mit seinem Film kein Remake desselben an, sondern schuf eine moderne Neuinterpretation des Hauffschen Stoffes als eigenständigen Film.

Die Produktion

DAS KALTE HERZ wurde zum Großteil in Baden-Württemberg gedreht, aber auch in Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin/Brandenburg. Während die klassische Schwarzwald-Kulisse bei Loßburg und am Schluchsee gefunden wurde, bot das sächsische Elbsandsteingebirge mit seinen Felsen und Schluchten die bergigeren Motive für den Film. So wurden im Felsenlabyrinth bei Langenhennersdorf der „Tannenbühl“ und die Schlucht des Holländer-Michels nachempfunden. Ein Teil des Drehs fand im Studio Babelsberg statt, wo bereits die beliebte DEFA-Verfilmung von Paul Verhoeven mit Erwin Geschonneck als Holländer-Michel entstanden ist. Hier wurde das „Dorf Gutach“ als ein zentrales Außenmotiv auf dem Neuen Filmgelände von Studio Babelsberg aufwendig errichtet. Etwa 40 Handwerker vom studioeigenen Art Department waren zwei Monate mit dem Bau der Kulissen beschäftigt und gestalteten ein ganzes Dorf mit Straßenzügen, Wirtshaus und Marktplatz. Die Postproduktion übernahm die renommierte VFX-Schmiede Chimney (HER; DAME, KÖNIG, AS, SPION).

Das Filmteam um Regisseur Johannes Naber erschuf eine eigene Welt mit einem außergewöhnlichem Look – ohne historisch korrekt sein zu wollen: Es handelt sich um ein komplett neu erfundenes Bild vom Schwarzwald, welches dennoch als Parabel für die Geschichte gelten kann. Kostüme und Masken der Waldgeister sind beispielsweise von Naturvölkern inspiriert und spiegeln in ihrer Urwaldhaftigkeit die mythische Verbundenheit der Waldgeister mit der Natur. Die Gesichtstätowierungen der Dorfbewohner zeigen deren jeweilige Standeszugehörigkeit und verdeutlichen somit die Rolle der gesellschaftlichen Stellung. Physische Konflikte werden in DAS KALTE HERZ über Stockkämpfe ausgetragen, die an die mittelalterliche Stockkampfkunst der „Halben Stange“ angelehnt sind. Für das Drehbuch wurde das Figurengefüge des Märchens erweitert und modernisiert, weitere Handlungsstränge wurden hinzugefügt. Somit ist DAS KALTE HERZ keine klassische Märchenverfilmung, sondern eine freie Adaption, welche eines der spannendsten deutschen Märchen auch für ein junges, erwachsenes Publikum zugänglich macht.

„Ich glaube, man muss das Besondere suchen. Anstatt die Epoche historisch genau zu recherchieren und zu reproduzieren, haben wir gesagt: Wir erfinden einfach einen komplett neuen Schwarzwald, den es so nie gegeben hat, den es so nie geben wird, der aber als Parabel für die Geschichte stehen kann. Dazu nehmen wir uns Vorbilder von da und dort: Kleidung und Körperbemalung von Naturvölkern; die Symbole der Berber, die wir den Leuten ins Gesicht tätowieren; die fremdartigen Frisuren und Rituale usw. Christlichen Glauben lassen wir nicht stattfinden. Es gibt eine andere Religion, die etwas sehr animistisches hat, sehr urtümlich ist und die zwar nie erklärt wird, aber immer mitschwingt. Dieses Abwandeln und Neumachen schlägt sich natürlich auch in Maske und Kostüm wieder.“ Johannes Naber

DAS KALTE HERZ wurde von Schmidtz Katze Filmkollektiv produziert und ist eine Koproduktion mit Studio Babelsberg, Phillip Filmproduction sowie den TV-Sendern SWR, ARD Degeto und MDR. Federführend wurde das Projekt von Stefanie Groß vom SWR betreut. Der Film wurde produktionsgefördert von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, der Mitteldeutschen Medienförderung, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, der Film- und Medienstiftung NRW, vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Der Regisseur

„Zwei Dinge haben mich an DAS KALTE HERZ gereizt: Zum einen, weil ich – als jemand, der eher bekannt dafür ist, mit der Realität zu arbeiten – eine tiefe, kindliche Lust verspürt habe, einen fantastischen Film zu machen. Und zum anderen, weil in dem Märchen eine ganz fundamentale Gesellschaftskritik steckt, die ich für sehr erzählenswert halte. Die Möglichkeit, das für ein breites Publikum zu tun, war sehr reizvoll für mich.“ Johannes Naber

Johannes Naber wurde 1971 in Baden-Baden geboren. Er studierte zunächst Philosophie an der FU Berlin, wechselte jedoch noch vor dem Abschluss an die Filmakademie Baden-Württemberg, welche er 1999 mit dem Diplom im Fachbereich Regie Dokumentarfilm abschloss. Es folgten mehrere, teils abendfüllende Dokumentarfilme und eine Laufbahn als Oberbeleuchter.Nabers Spielfilmdebüt DER ALBANER wurde 2010 mit dem Max-Ophüls-Preis sowie dem Silver George des Internationalen Filmfestivals in Moskau ausgezeichnet, viele nationale und internationale Auszeichnungen folgten.

Nabers zweiter abendfüllender Spielfilm, die schwarze Komödie ZEIT DER KANNIBALEN, feierte 2014 in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ der Berlinale Premiere. Der Film wurde mit dem Deutschen Filmpreis in Bronze ausgezeichnet und vom Verband der deutschen Filmkritik zum Besten Film des Jahres 2015 gewählt.

Johannes Naber lebt und arbeitet in Berlin. DAS KALTE HERZ ist sein dritter Spielfilm.

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Was setzt der teuflische Holländer-Michel anstelle eines Herzens in Peters Brust?

 Uhr    Stein    Nichts

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeschluss ist der 15.12.2016. Teilnahme ab 18 Jahren. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung oder Übertragung der Preise ist nicht möglich. Unter allen Teilnahmen entscheidet das Los. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sowie deren Angehörige sind von der Gewinnspielteilnahme ausgeschlossen. Der Reisegutschein ist bis zum 15.04.2017 gültig und auf Anfrage und je nach Verfügbarkeit des Hotels einlösbar. Die An- und Abreise sind nicht im Gewinn enthalten. Sollten Sie die Reise nicht antreten können, besteht kein Anspruch auf Ersatz. Der Reisegutschein ist vom Umtausch ausgeschlossen.

 Bitte akzeptieren Sie die Teilnahmebedingungen

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